Säule 3a bei B-Bewilligung: Warum die freiwillige Steuererklärung eine Falle sein kann

Veröffentlicht am 2026-04-17

Die Säule 3a gilt in der Schweiz als das Nonplusultra zum Steuersparen. Doch für Expats mit einer B-Bewilligung hält sich ein hartnäckiger Mythos: Dass man einfach einzahlen kann und das Geld „schon irgendwie“ zurückbekommt. Die Realität? Ohne die richtige Strategie zahlen Sie am Ende doppelt drauf.

Der Quick Check

Zahlst du ausschliesslich Quellensteuer und reichst keine Steuererklärung ein? Dann erhältst du für deine Säule 3a keinen steuerlichen Abzug. Eine Einzahlung lohnt sich nur, wenn du entweder obligatorisch steuerpflichtig bist (Einkommen über CHF 120'000) oder freiwillig eine Nachträgliche Ordentliche Veranlagung (NOV) beantragst. Doch Vorsicht: Letzteres kann deine Steuerlast sogar erhöhen.

Der Mythos: „Säule 3a lohnt sich für jeden“

In der klassischen Finanzberatung wird die Säule 3a als universelles Steuersparmodell verkauft. Für dich als Inhaber einer B-Bewilligung, wenn du der Quellensteuer unterliegst, ist das jedoch ein gefährlicher Trugschluss.

Das Problem: In der Quellensteuer ist bereits eine Pauschale für Versicherungen und Vorsorge enthalten. Wenn du nun privat in die Säule 3a einzahlst, ohne eine Steuererklärung (NOV) einzureichen, verpufft dein Steuervorteil komplett. Schlimmer noch: Bei der Auszahlung im Alter wird das Kapital erneut besteuert. Du zahlst also Steuern auf Geld, das du nie absetzen konntest.

Wann macht die Säule 3a für dich Sinn?

Es gibt genau zwei Szenarien, in denen die Säule 3a für dich zum Steuersparmodell wird:

  1. Obligatorische Steuererklärung: Dein Bruttoeinkommen liegt über CHF 120'000 pro Jahr (in einigen Kantonen gelten zusätzliche Grenzen für Vermögen oder Nebeneinkünfte). Hier musst du eine Steuererklärung ausfüllen und kannst die 3a-Beiträge direkt von deinem steuerbaren Einkommen abziehen.

  2. Die Nachträgliche Ordentliche Veranlagung (NOV): Wenn du weniger verdienst, kannst du bis zum 31. März des Folgejahres freiwillig eine Steuererklärung beantragen.

Wichtig beim NOV: Vorher ist eine Schattenrechnung mit den möglichen Steuerabzügen zwingend nötig. Wenn der Steuerfuss deiner Gemeinde zu hoch ist, läufts du voll rein.

Die „NOV-Falle“

Viele glauben, die freiwillige Steuererklärung sei ein reines „Formular zum Geldabholen“. Das stimmt nicht. Sobald du die NOV beantragst, gibt es kein Zurück mehr. Liegt der Gemeindesteuerfuss an deinem Wohnort höher als der Durchschnitt des Kantons (der in der Quellensteuer berechnet wird), kann deine Steuerrechnung trotz 3a-Abzug am Ende höher ausfallen als zuvor.

Was passiert, wenn du einzahlst, aber nichts unternimmst?

Wenn du in die Säule 3a einzahlst und keine Steuererklärung einreichst:

Bevor du also einen Dauerauftrag einrichtest, solltest du zwingend deine individuelle Situation prüfen.

→ Nutze unseren kostenlosen B-Permit Calculator für eine erste Einschätzung

Fazit: Erst rechnen, dann einzahlen

Die Säule 3a ist für Expats ein mächtiges Werkzeug, aber kein Selbstläufer. Der Mythos, dass du mit einer freiwilligen Steuererklärung immer gewinnst, kann teuer werden.

Unsere Empfehlung: Prüfe deinen Wohnort und dein Einkommen. Nur wenn die ordentliche Veranlagung (NOV) vorteilhafter ist als die Quellensteuer, ist die Säule 3a der richtige Weg für dich.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich 3a-Beiträge abziehen, wenn ich nur Quellensteuer zahle? Nein. Der Abzug ist nur möglich, wenn du eine vollständige Steuererklärung einreichst (ordentliche Veranlagung).

Was ist die wichtigste Frist für dich als B-Bewilligter? Der 31. März. Bis zu diesem Datum muss dein Antrag auf eine Nachträgliche Ordentliche Veranlagung (NOV) beim Steueramt eingegangen sein.

Lohnt sich die Säule 3a bei einem Umzug ins Ausland? Ja, du kannst die Säule 3a beim definitiven Verlassen der Schweiz vorzeitig beziehen. Auch hier spielt die Steuerplanung eine grosse Rolle.

Weitere FIN Artikel für dich:

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Steuerberatung dar. Die kantonalen Unterschiede in der Schweiz sind erheblich.

Alle Artikel